# Gastronomie

Junge Köche trainieren in Detmold für die WM

Koch-Weltmeisterschaft: In der Küche des Felix-Fechenbach-Berufskollegs bereitet sich das Nationalköche-Team

auf den "Culinary World Cup" in Luxemburg vor. Der Initiator Jürgen Rabe freut sich über das Gastspiel

 

Detmold (rb). Schwenken, schälen und filetieren in Perfektion: In der Küche des Felix-Fechenbach-Berufskollegs war jetzt die deutsche Köche-Nationalmannschaft zu Gast. Elf Nationalköche trainierten dort, wo sonst vor allem Azubis die Pfannen schwingen, für die diesjährige Koch-Weltmeisterschaft in Luxemburg.


"Unser Team wird dort fünf Stunden Zeit haben, um ein Drei-Gänge-Menü herzurichten. Heute haben wir dementsprechend um 13 Uhr angefangen zu kochen. Um 18 Uhr müssen dann 55 Gäste verköstigt werden", erklärte Teamchef Ronny Pietzner am Sonntag. Als Rahmen stehe jedem Team pro Gang ein Warenkorb aus fest vorgegebenen Zutaten zur Verfügung. Was die WM-Köche daraus machen, sei jedem Team selbst überlassen.


Beim Training in Detmold galt es für die WM-Köche, bei der Vorspeise etwa Lachsforelle und Kürbis, für den Hauptgang Mufflon und Laugengebäck und im Dessert Sanddorn und Schokolade zu verarbeiten. Mit dem, was am Ende herauskommen sollte, hielten die Nationalköche jedoch hinter dem Berg.


Fans von Twitter und Instagram, die gerne mal ein Bild von ihrem Abendessen veröffentlichen, gingen beim WM-Köche Dinner im Restaurant "unARTig" also leer aus. "Jogi Löw verrät ja auch nicht seine Taktik für das Finale", verglich Aina Keller, Sprecherin der deutschen Köche-Nationalmannschaft.


Dass das WM-Team der Köche in Detmold trainiert, ist Köcheclub-Chef Jürgen Rabe und Andreas Adam, dem Ausbildungsleiter im Bereich Gastronomie im Westfälischen Kinderdorf Lipperland in Barntrup, zu verdanken. Letzterer ist selbst seit einem Jahr Nationalkoch und sagt: "Es ist wie ein Ritterschlag für mich, mit 61 Jahren noch einmal bei diesem Projekt dabei zu sein."


Insgesamt zähle das Team etwa 25 Köchinnen und Köche. Nur sechs von ihnen werden bei der WM in Luxemburg am Herd stehen. "Das Menü haben wir bereits im Kopf, bei den Trainings gilt es nun zu beobachten, welche Kollegen gut miteinander harmonieren", berichtete Teamchef Pietzner. Außerdem würden konkrete Abläufe zum Thema Ordnung und Sauberkeit einstudiert. Mit den Bedingungen in der Küche des Berufskollegs sei die Delegation derweil voll und ganz zufrieden, bestätigte Sprecherin Keller: "Die Küche ist top ausgestattet. Es gibt hier alles, was wir brauchen. Grundsätzlich ist das Kochen in einer Berufsschule für uns immer etwas Schönes, da wir so auch Jugendliche ein Stück weit auf unsere Arbeit aufmerksam machen können. Im Gastronomiebereich brauchen wir definitiv mehr Nachwuchs."


Initiator Jürgen Rabe ist stolz, dass es gelungen ist, die WM-Köche nach Lippe zu holen. "Es ist deren erstes Gastspiel hier bei uns. Sonst trifft sich das Team lediglich in den großen Städten in Brandenburg oder Hessen.


Ob die Trainingseinheit in Lippe das Zünglein an der Waage zum Weltmeistertitel sein könnte, wird sich allerdings erst Ende November zeigen. "An die Töpfe, fertig, los" heißt es dann für die deutschen WM-Köche beim "Culinary World Cup" in Luxemburg.

 

© 2018 Lippische Landes-Zeitung
Lippische Landes-Zeitung, Dienstag 17. April 2018