Eine Schule in Ständerbauweise
Studenten packen in Chile mit an
Gruppe aus Lemgo errichtet in Erdbebenregion eine Schule in Ständerbauweise
Lemgo. Churanilahue oder Lebu? In welcher chilenischen Stadt die sieben Studenten tätig werden stand noch nicht fest. Sicher ist aber, dass sie am 20. Juli in die Erdbebenregion fliegen, um eine Schule zu bauen.
Nicht alle aus der Gruppe sind wie Katharina Pöhlchen, Thomas zur Wickern, Thorsten Klein und Torben Raatz angehende Holztechniker. Roland May studiert an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo Betriebswirtschaftslehre und Mauricio Pino Medienproduktion.
Die Sieben erfuhren von einem Hilfsprojekt, das Ingo Wolff vom Fechenbach-Berufskolleg seit einigen Jahren betreut. Junge Menschen aus der Region leisten in Chile Aufbauarbeit.
„Die Not in dem südamerikanischen Staat ist nach den jüngsten beiden Erdbeben riesengroß geworden“, so Katharina Pöhlchen (22). Die Schulen in Churanilahue und Lebu sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Zurzeit müssen die Kinder in provisorischen Räumen unterrichtet werden. „Ein unhaltbarer Zustand, zumal jetzt in Chile Winter herrscht“, ergänzt Thomas zur Wickern (22). Wohin sie letztlich ihr Einsatz führt, steht noch nicht fest. Wegen der katastrophalen Situation in dem Erdbebengebiet erfährt die Gruppe erst kurzfristig, wo sie eingesetzt werden wird. „Während unseres Aufenthaltes wollen wir eine Schule mit mehreren Klassenzimmern errichten“, hebt Torben Raatz hervor.
Die Sieben stellten ihr Hilfsprojekt am 8. Mai beim „Tag der offenen Tür“ in der Hochschule in Lemgo vor. Dazu organisieren sie eine Tombola. Hauptgewinn ist ein Trikot vom TBV Lemgo. Außerdem bieten sie nach original chilenischem Rezept zubereitete „Empanados“ – Teigtaschen mit unterschiedlicher Füllung – an. Mit dem Erlös kaufen die Studenten Baumaterialien. „Wir hoffen, an die 15.000 Euro zusammenzubekommen“, sagt Raatz. Damit könne man einiges anfangen. Die Mitglieder der Gruppe freuen sich auf die arbeitsreiche Zeit. „Wenn wir wieder hier sind, werden wir die Annehmlichkeiten, die wir in Deutschland genießen, aus einer anderen Perspektive sehen“, glaubt Katharina Pöhlchen. (be)
© 2010 Lippische Landes-Zeitung, Samstag 24. April 2010
Erdbebenhilfe für Chile
Aufbauhilfe für die Region BÍO BÍO – Südchile im Rahmen unserer Schulpartnerschaften
Etwa eine Autostunde südlich von Concepción liegen unsere chilenischen Schulpartnerstädte Lebu und Curanilahue. Diese Städte gehören zu den durch das Erdbeben und dem gefolgtem Tsunami sehr stark betroffenen Orten der Provinz Arauco. In dieser strukturschwachen und sehr armen südchilenischen Provinz bemühen wir uns mit unseren chilenischen Partnern seit 1995 um eine Verbesserung der beruflichen Ausbildung , um die Lebenssituation der hier lebenden Familien nachhaltig zu verbessern. Viele kleine und große Container mit Sachspenden, Workcamps, Begegnungsreisen, Lehrerfortbildungen und mehrmonatige Arbeitseinsätze in den Werkstätten durch Schüler, Techniker und Lehrer unseres BK haben die Partnerschaften vielfältig gestaltet. Unser Engagement der vergangenen Jahre wird von den chilenischen Projektpartnern und der Bevölkerung als hoffnungsvolle Unterstützung ihrer Bemühungen verstanden, die extreme Armut in dieser Provinz zu senken.
Aller sichtbare Fortschritt der vergangenen Jahre ist durch diese schreckliche Katastrophe für diese Region gefährdet. Soweit es uns möglich sein wird, möchten wir bei dem notwendigen Wiederaufbau helfen.
You Tube Video zur Situation in Curalinahue
ZEIT-ONLINE zum Beben in Chile
Über die Schulpartnerschaft haben sich vielfältige Beziehungen zu den Bürgermeistern und helfenden Institutionen der Städte - von den Sozialämtern über die Kirchen bis zur Feuerwehr – ergeben. Diese Beziehungen werden das Gerüst einer nun zu startenden nachhaltigen Hilfe sein.
Mit großer Betroffenheit verfolgen wir in den hiesigen und chilenischen Medien die Nachrichten aus den Partnerstädten Lebu und Curanilahue. Bislang hatten wir auf Grund der zerstörten Stromversorgung und Kommunikationsmöglichkeiten noch keinen Kontakt zu den Schulleitungen, Lehrern oder Freunden. Sämtliche Versuche die Betroffenen über Handy und Internet zu erreichen schlugen bis heute fehl. Und es schmerzt in den ausgestrahlten Videos zerstörte Gebäude der Schule zu entdecken ohne etwas tröstend Helfendes tun zu können.
Uns, vom Vorstand des Fördervereines macht es Mut, dass in den letzten Tagen immer mehr Freunde und besonders die ehemaligen Schüler, die in den Partnerprojekten mitgearbeitet haben, nachfragen und mitüberlegen wie wir helfen können.
Jetzt fangen wir an!!!
Zunächst sammeln wir Geld, das wir als Soforthilfe direkt zu den Bedürftigen in unseren Partnerstädten weiterleiten. Und sobald die dortige Infrastruktur wieder die Anlandung von Hilfsgütern ermöglicht, ergänzen wir unsere Hilfe durch Sachspenden. Des Weiteren werden wir unseren Partnern verstärkt handwerkliche und organisatorische Aufbauhilfe anbieten.
Helfen Sie uns helfen?
Geldspenden erbitten wir auf unser gemeinnütziges Fördervereinskonto:Förderverein FFB, Sparkasse Detmold (BLZ 476 501 30) Konto 200 25 90 Vermerk: Chile Erdbebenhilfe
Weitere Informationen gibt es bei: Helmut Behnisch . Telefon 05231 608200 (Schule) oder 05232 61585 (privat)
März 2010, eck
Impressionen Erdbeben Chile März 2010
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4.7 M |
Marietta Saavedra zur Situation in Santiago
Lieber Helmut,
gestern habe ich endlich Gloria erreichen können. Ihr, Helmut und beiden Kindern (Belén und Helmito) geht es gut. Ihr Haus ist ein wenig beschädigt. Aber die sind nicht mehr im Haus, da der Angst zu gross ist. Sie übernachten im Freien und sprechen von großer Unsicherheit nicht nur wegen des Erbebens, sondern wegen der Plünderungen und der Panik, die überall herrscht. Sie sind froh, dass sie überlebt haben. Das ist das Wichtigste. Von Gloria habe ich auch erfahren, dass ihre Schule und die Schule in Lebu das Erbeben gut überstanden haben. D.h. mit geringeren Schaden, aber die Ämter müssen zuerst überprüfen, ob es wirklich so ist. Das Schuljahr kann vorher nicht anfangen.
Die Erde bleibt nicht ruhig, seit gestern erleben wir ständig sehr starke (zwischen 5 und 6,4) Nachbeben, besonders in der Nacht ist es schlimm. In Santiago gibt es viele Vierteln ohne Strom und mehr Hochhäusern sind aufgrund Stürzgefahr evakuiert worden. Das Ausmass der Katastrophe ist immer noch nicht ganz erfasst, gestern hatte ich die Möglichkeit, durch einige Vierteln Santiagos zu fahren -. Die Schäden an Häusern sind erheblich, obwohl von aussen manchmal nichts zu sehen ist. Was mir beunruhigt ist aber, die Angst und die seelischen Zustand vieler Kindern und älteren Leuten. Es gibt Hilfe, Lebensmittel und Benzin. Da sind wir besser dran als in Lebu, Curanilahue. Arauco,Tirúa und vielen anderen Orte. Trotzdem die Angst ist für viele der ständige Begleiter.
Gerade eben haben wir Kontakt zu Maritza erhalten. Ihr und Wolfgang geht es gut, aber sie haben grosse Angst, wie alle Bewohner Lebus, die jetzt nur ganz kurz in Lebu sind und dann gehen oder fahren sie in Richtung Los Álamos. Das Meer ist weit zurück und der Fluss immer noch leer, so dass die Gefahr von einem weiteren Meeresbeben präsent ist. Begründet oder unbegründet, weiss keiner genau, glaube ich, aber das ist die Situation. Maritza kam nur um zu sehen, ob alles in Ordnung wäre (Plünderungsgefahr) und dann ist sie wieder mit Wolfgang in den "cerro" (Hügel) gefahren. Sie weiss nicht, ob sie wieder nach Lebu fahren können, da sie kein Sprit mehr haben.
Ich grüsse dich mit ein bisschen Wehmut, Traurigkeit und viel Ratlosigkeit was die Zukunft betrifft, wenn alles so weiter geht. Marietta
PS Es klingt vielleicht wenig Hoffnung in mir zu sein. Es ist nur, dass die Hilfe wenig machen kann, wenn sich die Erde nicht beruhigt. Gerade nochmals ein Nachbeben.
5. März













