Erdbebenhilfe für Chile
Aufbauhilfe für die Region BÍO BÍO – Südchile im Rahmen unserer Schulpartnerschaften
Etwa eine Autostunde südlich von Concepción liegen unsere chilenischen Schulpartnerstädte Lebu und Curanilahue. Diese Städte gehören zu den durch das Erdbeben und dem gefolgtem Tsunami sehr stark betroffenen Orten der Provinz Arauco. In dieser strukturschwachen und sehr armen südchilenischen Provinz bemühen wir uns mit unseren chilenischen Partnern seit 1995 um eine Verbesserung der beruflichen Ausbildung , um die Lebenssituation der hier lebenden Familien nachhaltig zu verbessern. Viele kleine und große Container mit Sachspenden, Workcamps, Begegnungsreisen, Lehrerfortbildungen und mehrmonatige Arbeitseinsätze in den Werkstätten durch Schüler, Techniker und Lehrer unseres BK haben die Partnerschaften vielfältig gestaltet. Unser Engagement der vergangenen Jahre wird von den chilenischen Projektpartnern und der Bevölkerung als hoffnungsvolle Unterstützung ihrer Bemühungen verstanden, die extreme Armut in dieser Provinz zu senken.
Aller sichtbare Fortschritt der vergangenen Jahre ist durch diese schreckliche Katastrophe für diese Region gefährdet. Soweit es uns möglich sein wird, möchten wir bei dem notwendigen Wiederaufbau helfen.
You Tube Video zur Situation in Curalinahue
ZEIT-ONLINE zum Beben in Chile
Über die Schulpartnerschaft haben sich vielfältige Beziehungen zu den Bürgermeistern und helfenden Institutionen der Städte - von den Sozialämtern über die Kirchen bis zur Feuerwehr – ergeben. Diese Beziehungen werden das Gerüst einer nun zu startenden nachhaltigen Hilfe sein.
Mit großer Betroffenheit verfolgen wir in den hiesigen und chilenischen Medien die Nachrichten aus den Partnerstädten Lebu und Curanilahue. Bislang hatten wir auf Grund der zerstörten Stromversorgung und Kommunikationsmöglichkeiten noch keinen Kontakt zu den Schulleitungen, Lehrern oder Freunden. Sämtliche Versuche die Betroffenen über Handy und Internet zu erreichen schlugen bis heute fehl. Und es schmerzt in den ausgestrahlten Videos zerstörte Gebäude der Schule zu entdecken ohne etwas tröstend Helfendes tun zu können.
Uns, vom Vorstand des Fördervereines macht es Mut, dass in den letzten Tagen immer mehr Freunde und besonders die ehemaligen Schüler, die in den Partnerprojekten mitgearbeitet haben, nachfragen und mitüberlegen wie wir helfen können.
Jetzt fangen wir an!!!
Zunächst sammeln wir Geld, das wir als Soforthilfe direkt zu den Bedürftigen in unseren Partnerstädten weiterleiten. Und sobald die dortige Infrastruktur wieder die Anlandung von Hilfsgütern ermöglicht, ergänzen wir unsere Hilfe durch Sachspenden. Des Weiteren werden wir unseren Partnern verstärkt handwerkliche und organisatorische Aufbauhilfe anbieten.
Helfen Sie uns helfen?
Geldspenden erbitten wir auf unser gemeinnütziges Fördervereinskonto:Förderverein FFB, Sparkasse Detmold (BLZ 476 501 30) Konto 200 25 90 Vermerk: Chile Erdbebenhilfe
Weitere Informationen gibt es bei: Helmut Behnisch . Telefon 05231 608200 (Schule) oder 05232 61585 (privat)
März 2010, eck
Impressionen Erdbeben Chile März 2010
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4.7 M |
Marietta Saavedra zur Situation in Santiago
Lieber Helmut,
gestern habe ich endlich Gloria erreichen können. Ihr, Helmut und beiden Kindern (Belén und Helmito) geht es gut. Ihr Haus ist ein wenig beschädigt. Aber die sind nicht mehr im Haus, da der Angst zu gross ist. Sie übernachten im Freien und sprechen von großer Unsicherheit nicht nur wegen des Erbebens, sondern wegen der Plünderungen und der Panik, die überall herrscht. Sie sind froh, dass sie überlebt haben. Das ist das Wichtigste. Von Gloria habe ich auch erfahren, dass ihre Schule und die Schule in Lebu das Erbeben gut überstanden haben. D.h. mit geringeren Schaden, aber die Ämter müssen zuerst überprüfen, ob es wirklich so ist. Das Schuljahr kann vorher nicht anfangen.
Die Erde bleibt nicht ruhig, seit gestern erleben wir ständig sehr starke (zwischen 5 und 6,4) Nachbeben, besonders in der Nacht ist es schlimm. In Santiago gibt es viele Vierteln ohne Strom und mehr Hochhäusern sind aufgrund Stürzgefahr evakuiert worden. Das Ausmass der Katastrophe ist immer noch nicht ganz erfasst, gestern hatte ich die Möglichkeit, durch einige Vierteln Santiagos zu fahren -. Die Schäden an Häusern sind erheblich, obwohl von aussen manchmal nichts zu sehen ist. Was mir beunruhigt ist aber, die Angst und die seelischen Zustand vieler Kindern und älteren Leuten. Es gibt Hilfe, Lebensmittel und Benzin. Da sind wir besser dran als in Lebu, Curanilahue. Arauco,Tirúa und vielen anderen Orte. Trotzdem die Angst ist für viele der ständige Begleiter.
Gerade eben haben wir Kontakt zu Maritza erhalten. Ihr und Wolfgang geht es gut, aber sie haben grosse Angst, wie alle Bewohner Lebus, die jetzt nur ganz kurz in Lebu sind und dann gehen oder fahren sie in Richtung Los Álamos. Das Meer ist weit zurück und der Fluss immer noch leer, so dass die Gefahr von einem weiteren Meeresbeben präsent ist. Begründet oder unbegründet, weiss keiner genau, glaube ich, aber das ist die Situation. Maritza kam nur um zu sehen, ob alles in Ordnung wäre (Plünderungsgefahr) und dann ist sie wieder mit Wolfgang in den "cerro" (Hügel) gefahren. Sie weiss nicht, ob sie wieder nach Lebu fahren können, da sie kein Sprit mehr haben.
Ich grüsse dich mit ein bisschen Wehmut, Traurigkeit und viel Ratlosigkeit was die Zukunft betrifft, wenn alles so weiter geht. Marietta
PS Es klingt vielleicht wenig Hoffnung in mir zu sein. Es ist nur, dass die Hilfe wenig machen kann, wenn sich die Erde nicht beruhigt. Gerade nochmals ein Nachbeben.
5. März
Thorsten Rücker, eheml. Schüler des FFB berichtet
Liebe Freunde,
uns geht es allen gut, aber die Nacht vom 26.02. zum 27.02. war die Hölle. Echt krass..., das war wie in einem schlechten Hollywoodstreifen!
Wir waren grad dabei ins Bett zu gehen (ca. 3:45 Uhr morgens in Viña del Mar / Valparaiso), da fing die Erde an zu beben. Wir in einem Appartment im 15. Stock!!! Man konnte nicht stehen, erst hat sich alles horizontal bewegt, und dann hoch und runter. So hat es sich zumindest angefühlt. Später wurde erzählt, dass das Beben wellenförmig war. Alle Möbel, Fernseher etc. sind umgefallen, und das Gebäude hat super laute Geräusche von sich gegeben. Es haben sich Risse in den Wänden und Decken gebildet. Wir haben uns schon im Gebäude einstürzen sehen.....!!!
Uff, man hat die Leute schreien hören. Überall knallen und krachen und auf einmal war überall das Licht aus. Konnten uns noch nicht mal was richtiges anziehen und sind Barfuß über die Nottreppe nach unten geflüchtet. Haben die Nacht wie alle Leute draußen verbracht. Viele sind auf Anhöhen geflüchtet aus Angst vor einem Tsunami..., wir sind ja direkt am Pazifik.
Ich bin am Morgen dann noch schnell hoch in die Wohnung um wichtige Dokumente, und Notebooks etc. zu holen. Es war schon ein komisches Gefühl dabei, weil immer wieder die Erde gebebt hat. Jetzt immer noch gibt es Nachbeben. Bis heute gab es zwischen Valparaiso und Concepcion über 200 Nachbeben!!! Der große Tsunami blieb aus, aber an mehreren Küstenstreifen gab es "Minitsunamis". Wir sind jetzt erst mal bei einer Freundin von Mony untergekommen; hier ist es sicherer. Bis Mittwoch hatten wir kein fließend Wasser und erst seit gestern gibt es bei uns wieder Strom...
Das Epizentrum war in der Nähe von Concepcion (8,8 auf der Richterskala). Dort wohnen meine Tochter und die Familie von Mony. Es ist so ziemlich alles zerstört. Unserere Familie ist glücklicherweise nichts passiert. Das Haus von Monys Eltern und das meiner Tochter, sind allerdings zerstört... Wir wollten Anfang der Woche schon runter in den Süden. Leider war es nicht möglich, da die Zufahrtstraßen nicht passierbar waren. Zudem ist in Concepcion der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Wegen Plünderungen und Überfällen darf 18 Stunden, von 18 Uhr bis 12 Uhr keiner auf die Straße!!!
Wir haben heute ein Jeep gemietet, ihn vollgestopft mit Lebensmitteln und Wasser, und werden morgen früh runter in den Süden (600 km). Jetzt ist Aufbauhilfe angesagt!!!
Gaaaaaaaaaaaanz liebe Grüße, Thorsten und Mony









